Was macht eigentlich...?

 






Timo Czerwinski

Leiter des Fachbereichs Erzieher
am Standort Schwerin

(Interview: Juni 2014)

Stellen Sie sich bitte kurz vor!

Timo Czerwinski: Mein Name ist Timo Czerwinski. Seit letztem Jahr bin ich als Fachbereichsleiter im Ausbildungsgang zum staatlich anerkannten Erzieher an der ecolea in Schwerin tätig. In dieser Funktion bin ich für die Organisation der Erzieherausbildung zuständig. Ich unterrichte aber auch Sozialkunde sowie fachrichtungsbezogene Module, wie z.B. „Entwicklung beruflicher Identität und professioneller Perspektiven“ oder „Gestaltung von Vernetzungen und Kooperationen“. Vor meiner Zeit an der ecolea habe ich Erziehungswissenschaften und Politischen Wissenschaft studiert und anschließend berufliche Erfahrungen gesammelt, u. a. als Leiter einer stationären Jugendeinrichtung.

Was verbirgt sich hinter den Ausbildungen zum Sozialassistenten bzw. zum Erzieher?

Timo Czerwinski: Die Erzieherausbildung gliedert sich in die zweijährige Ausbildung zum Sozialassistenten und die darauf folgende zweijährige Ausbildung zum Erzieher. Während der gesamten Ausbildung gibt es eine enge Verzahnung von Unterricht, Projektwochen und Praktika. Die Erzieher absolvieren beispielsweise drei Praktika, die insgesamt einen Umfang von 24 Wochen aufweisen. Absolviert werden können diese z.B. in Kindertagesstätten, den Hilfen zur Erziehung oder der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Praxis ist ein wertvolle Chance für die Auszubildenden, ihr im Unterricht erworbenes Fachwissen sowie ihre beruflichen Kompetenzen zur Anwendung zu bringen und diese zu erweitern.

Wo kann man nach dem Abschluss später arbeiten?

Timo Czerwinski: Viele Auszubildende beginnen ihre Ausbildung mit dem Wunsch, später in einer Kindergrippe, einem Kindergarten oder im Hort – im Bereich der Kindertagesstätten - zu arbeiten. Tatsächlich bietet sich ausgebildeten Erziehern jedoch ein weitaus breiter gefächertes Betätigungsfeld nach der Ausbildung. Eine Tatsache, die vielen Auszubildenden bereits im Zuge ihrer Ausbildung bewusst wird und regelmäßig dazu führt, dass Arbeitsfelder, wie die Hilfen zur Erziehung oder schulische Einrichtungen wie Ganztagsschulen, in ihre beruflichen Überlegungen miteinbezogen werden.

Warum ist die Ausbildung an der ecolea etwas Besonderes?

Timo Czerwinski: An der ecolea ermöglichen wir unseren Auszubildenden optimale Lernmöglichkeiten: Sie lernen von qualifizierten Dozenten mit viel beruflicher Erfahrung in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern und das in gut ausgestatteten Räumlichkeiten. Ferner ist es uns an der ecolea ein Anliegen, mit unseren Auszubildenden im engen Austausch und auf Augenhöhe zu stehen und sie entsprechend ihrer individuellen Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten zu fördern.

Was reizt Sie persönlich an diesem Beruf?

Timo Czerwinski: Der Beruf des Erziehers bringt vor allem die Chance mit sich, einen unglaublich abwechslungsreichen Arbeitsalltag zu erleben. Das habe ich während meiner Arbeit als Sozialpädagoge auch erlebt. Monotonie ist ein Fremdwort im Beruf des Erziehers, denn kein Tag verläuft wie der vorige. Einen ganz besonderen Reiz hat dieser Beruf für mich auch deswegen, weil er einem wie kaum ein anderer Beruf die Möglichkeit eröffnet, seine eigenen Interessen, Ressourcen, Kompetenzen, Hobbies und Fähigkeiten in die Arbeit miteinfließen zu lassen. Ist man beispielsweise künstlerisch oder musikalisch begabt, kann man diese Begabungen nicht nur in die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen einfließen lassen, sondern sie sogar an diese vermitteln bzw. weitergeben. Derartige Erfahrungen können das sprichwörtliche Salz in der Suppe sein und eine motivierende Wirkung entfalten, den Beruf langfristig mit Freude und Spaß auszuüben.

Welche Voraussetzungen sollte ein Bewerber mitbringen?

Timo Czerwinski: Grundsätzlich sollte in Bewerber neben sozialen Kompetenzen vor allem Freude und Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mitbringen. Damit ist die Basis für eine erfolgreiche Ausbildung geschaffen und ausreichend Motivation vorhanden, Lernbereitschaft, kommunikative Fähigkeiten, empathisches Verhalten und pädagogisches Fachwissen zu zeigen und zu erweitern.

Die ecolea ist ja eine Privatschule. Muss man dort Schulgeld bezahlen?

Timo Czerwinski: Ja, im Rahmen der Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher fällt monatlich ein Schulgeld von 250€ u. a. für Unterrichtsmaterialen, Literatur und Kopien an. Grundsätzlich besteht aber die Möglichkeit der Förderung: So kann z.B. Schüler-BAföG oder ein Bildungskredit beantragt werden.

Gibt es etwas, das Sie Unentschlossenen mit auf den Weg geben möchten?

Timo Czerwinski: Erzieher bzw. Erzieherin werden und sein sollte im klassischen Sinne nicht als Ausbildung und Beruf sondern vielmehr als eine Berufung verstanden werden. Wer grundsätzlich Freude und Spaß bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen empfindet, vielseitiges und kreatives Arbeiten schätzt und darüber hinaus das Interesse besitzt, in der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen die Zukunft unserer Gesellschaft aktiv mitzugestalten, wird in diesem Beruf seine Erfüllung finden.

Hat der Beruf des Sozialassistenten bzw. Erziehers gute Zukunftsperspektiven?

Timo Czerwinski: In kaum einem anderen Berufsfeld bestehen momentan so gute berufliche Perspektiven wie im sozialen Bereich. Alle relevanten Arbeitsfelder und die entsprechenden Arbeitgeber haben mit dem in den Medien viel zitierten Fachkräftemangel zu kämpfen und eröffnen somit auch Berufseinsteigern sehr gute Perspektiven. Somit ist es in der Regel nicht nur möglich, in dem gewünschten Arbeitsfeld sondern sogar in der Wunscheinrichtung eine Anstellung zu finden, die den eigenen Interessen und Bedürfnissen entspricht.

Was muss alles in die Bewerbung?

Timo Czerwinski: Wer sich um einen Ausbildungsplatz zum Sozialassistenten oder Erzieher bewerben möchte, muss neben den üblichen schriftlichen Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsfoto, Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf) auch ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, ein logopädisches Gutachten und ein Gesundheitszeugnis nachweisen können.

Wo kann ich mich am besten über den Beruf des Sozialassistenten bzw. des Erziehers informieren?

Timo Czerwinski: Die beste Möglichkeit, sich über den Beruf des Erziehers zu informieren, ist es, vor der Ausbildung ein Praktikum in einer pädagogischen Einrichtung zu absolvieren. Ein solches bietet besser als jegliche Informationsmaterialen Einblicke in den Beruf. Und man kann gleich austesten, ob der pädagogische Umgang mit Kindern und Jugendlichen den eigenen beruflichen Vorstellungen und Interessen entspricht. Außerdem bietet der Besuch einer unserer regelmäßigen InfoTage in der Schule Informationen aus erster Hand.




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