07.01.2018

DID YOU KNOW?

Wann wurde das Snowboard erfunden?

© ecolea

Jahrelang auf den Pisten nicht gern gesehen gilt Snowboarden heute als cooler, moderner Wintersport. Von einer kleinen „Glaubensgemeinschaft“ sind die Snowboardfans auf Millionen Anhänger angewachsen und haben die einstige Subkultur zum Breitensport gemacht.

Der Name Snowboard sagt eigentlich schon ziemlich viel über das hippe Sportgerät: Es handelt sich um ein Brett, mit dem man auf dem Schnee gleiten kann: Ein „Schnee-Brett“. Es besteht zu großen Teilen aus Holz, außerdem aus Kunststoff, Karbon-Kevlar, Glasfaser oder Aluminium. Vorn und hinten ist es abgerundet und leicht nach oben gebogen und in der Mitte ein wenig schmaler als an den Enden.

Doch wann und vor allem von wem wurde das Snowboard eigentlich erfunden? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn immer schon haben Menschen versucht schneebedeckte Hügel auf einer Art gleitendem Untersatz hinunterzurutschen. Dennoch gab es einige Vorreiter, die den Erfolg des heutigen Snowboards ganz entscheidend beeinflusst haben.

Am Anfang war der Monogleiter
Ein Vorläufer des Snowboards wurde etwa 1900 von dem Österreicher Toni Lenhardt erfunden. Mit dem so genannten „Monogleiter“ konnte man seitlich stehend den Berg hinunterfahren. Der Monogleiter war so beliebt, dass bereits 1914 im österreichischen Bruck an der Mur die erste Meisterschaft im Monogleiten stattfand. Das heute bekannte Snowboard entstand allerdings deutlich später.

Die sportiven und konstruktiven Wurzeln des Snowboardens liegen im Wellenreiten. 1965 entwickelte der Amerikaner Sherman Poppen, der begeisterter Surfer war, ein Spielzeug für seine Tochter, das er „Snurfer“ nannte, eine Mischung der Wörter Surfer und Snow. Poppen verband zwei Skier miteinander und befestigte an der Spitze ein Seil, um es zu halten und unter den Füßen zu stabilisieren. Die Bewegungen des Snurfers auf dem Schnee ähnelten denen, die man vom Wellenreiten kannte. Bald wollten auch viele andere Kinder einen dieser neuen Snurfers haben und Poppen ließ seine neue Idee schützen und in Serie produzieren.

Weiterentwicklung durch Jack Burton
Der junge Amerikaner Jack Burton, der zunächst erfolgreicher Skifahrer und dann selbst auf dem Surfer unterwegs war, begann 1977 nach seinem Abschluss an der Universität mit dem Bau verschiedener Versionen des Snurfers. Seine ersten Boards baute er aus laminiertem Hartholz und produzierte sie recht schnell in Serie. Während eines Wettbewerbs besiegte Burton überraschend alle Snurfer-Fahrer mit seinem eigenen Board, das bereits eine erste Bindung montiert hatte. Die Bindung bot einen entscheidenden Vorteil in der Steuerung des Boards. Etwas später nutzte Burton die Technologie von Skiern für seine Snowboards. Seine neueren Modelle hatten eine Lauffläche aus P-Tex, einem transparenten Polyethylen mit sehr hoher Dichte. Dieses Material zeichnet sich durch sehr gute Verschleißfestigkeit und Gleiteigenschaften aus und wird deshalb auch heute noch als Lauffläche für Ski und Snowboard genutzt. Das Unternehmen von Jack Burton ist heute Weltmarktführer für Produkte rund ums Snowboarden.

1982 fand in Suicide Six, außerhalb Woodstocks im Bundesstaat Vermont das erste nationale Snowboard Rennen statt. Dabei ging es mehr ums „Überleben“ als um sportliche Eleganz, denn das Rennen bestand aus einer steilen und vereisten Kamikazeabfahrt namens „The Face“. Im Jahr 1985 war das Snowboarden noch immer in nur 39 von geschätzten 600 Wintersportgebieten erlaubt.

Von der Subkultur zu den olympischen Spielen
Bis 1985 versuchten sich viele Erfinder mit der Entwicklung und dem Verkauf des Snowboards, aber es kam nicht zum erhofften Durchbruch. Richtig los ging es dann ab 1986, als Regis Rolland, ein französischer Snowboarder, die Hauptrolle in dem Film „Apocalypse Snow“ übernahm. Die Veröffentlichung des Films begeisterte eine ganze Generation europäischer Snowboard-Fans, die von nun an ihre eigenen Meisterschaften organisierten. 1990 begann dann die Sportart explosionsartig anzusteigen. Bereits 1998 war Snowboarden in mehreren Disziplinen olympisch. Mittlerweile gibt es viele Varianten des Snowboards, so sind das z.B. Race-Board, Carving-Board, Freestyle-Board oder das Freeride-Board nur einige der heute angebotenen Snowboards.

Je nach Board und Fahrstil sind auch die Schuhbindungen auf dem Board angebracht. Man unterscheidet im Wesentlichen drei Stellungen: Regular (linker Fuß steht vorn), Goofy (rechter Fuß steht vorn) und Duckstance (wird hauptsächlich von Freestyle-Snowboardern verwendet, die häufig springen).

Snowboarder fahren auf normalen Skipisten. Es gibt aber auch Strecken, die speziell fürs Snowboardfahren entwickelt wurden: Die so genannten Fun Parks. Zu einem Fun Park gehören Rails (engl. für Schienen oder Geländer), also künstliche Hindernisse, die man auch beim Skateboarden findet, Half- und Quaterpipes (halbe und ganze Röhren-Pisten), Rampen, Cornerjumps (engl. für Ecksprünge) und Sprungschanzen für Straight Jumps – also Sprünge in große Höhen, bei denen das Snowboard über den Kopf gehoben wird.

Mit dem Parallel-Riesenslalom, dem Riesenslalom, der Halfpipe, dem Snowboardcross und dem Slopestyle ist der einst verpönte „Rüpelsport“ heute bereits mit fünf Disziplinen olympisch. Die Wettbewerbe werden für Frauen und Männer veranstaltet.

Und was ist aus Jack Burton geworden? Er ist inzwischen mehrfacher Millionär und sein Unternehmen ist heute Weltmarktführer für Produkte rund ums Snowboarden.





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