06.07.2017

DID YOU KNOW?

Warum werden die Finger schrumpelig, wenn man zu lange badet?

Meine Finger sind noch gar nicht schrumpelig hört man oft von Kindern, wenn sie noch etwas länger in der Badewanne oder im Pool planschen wollen. Doch wie kommt es eigentlich zu den schrumpeligen Fingern?

Das Mysterium um die schrumpeligen Hände und Füße beschäftigt die Wissenschaft schon seit Langem. Endgültig beantwortet ist die Frage, warum unsere Haut an diesen Körperstellen so auf Wasser reagiert, bis heute nicht. Doch es gibt verschiedene Theorien.

Am meisten verbreitet ist die Annahme, dass die oberste Hautschicht, die aus abgestorbenen Hautzellen besteht, Wasser aufnimmt. Die sogenannten Hornzellen binden Wasser besonders gut – um ein Vielfaches mehr als andere Hautzellen - und quellen dadurch auf. Ein Phänomen, das als Osmose bezeichnet wird. Da aber noch eine Verbindung zwischen der Hornhaut und der darunterliegenden Hautschicht besteht, bildet sich eine wellige Struktur.

Vor allem die Finger, Handflächen und Fußsohlen sind von einer solchen Hornhaut bedeckt, denn diese Körperbereiche werden stark belastet und sind deshalb durch eine dicke Schicht aus Hornzellen geschützt. Der Rest des Körpers ist nicht von einer Hornhaut bedeckt. Stattdessen ist dieser durch einen fetthaltigen Schutzfilm, den die Talgdrüsen bilden, gegen Aufquellen geschützt. Das erklärt also, warum sich nur an den Händen und Füßen Schrumpelfalten bilden, nicht jedoch am Rest des Körpers.

Eine aktuellere Erklärung für die Schrumpelhaut könnte in unserem Nervensystem zu finden sein. Wenn Finger und Zehen bei längerem Baden oder Schwimmen schrumpelig werden, liegt das möglicherweise daran, dass sich die winzigen Blutgefäße unter der Haut zusammenziehen - eine Reaktion, die vom Nervensystem gesteuert wird. Weil sich die Äderchen verengen, wird die Haut nach innen gezogen.

Verschiedene Studien haben zudem gezeigt, dass die Haut von Menschen, deren Nerven beschädigt sind, beim Kontakt mit Wasser nicht schrumpelig wird. Diese Tatsache würde also gegen die „Hornhaut-Theorie“ sprechen und bedeuten, dass unser Nervensystem aktiv für das Schrumpeln von Fingern und Zehen sorgt. Noch immer untersuchen Forscher, welchen Nutzen der "Schrumpelmechanismus" haben könnte. Sie vermuten, dass sich nasse Gegenstände mit feuchten, schrumpeligen Fingern besser greifen lassen als mit trockenen. Vielleicht halfen die Schrumpelfinger unseren Vorfahren einst, Nahrung etwa aus Flüssen zu sammeln.

pruney fingers <engl.> = schrumpelige Finger
callus <engl.> = Hornhaut
osmosis <engl.> = Osmose
nervous system <engl.> = Nervensystem