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12.07.2010

DO YOU KNOW?

Weißt du, was eine Fata Morgana ist?

Was ist das denn? Eine Siedlung mitten in der Wüste? 

Immer wieder berichteten Menschen davon, dass sie durstig durch die Wüste zogen und sich plötzlich vor ihnen eine verlockende Oase auftat, die sich aber in Luft auflöste, sobald sie versuchten, sich ihr zu nähern. Man könnte dies als Hirngespinst abtun, gäbe es da nicht die Fata Morgana! Sie wurde schon manchem Wüstenwanderer zum Verhängnis. Aber nicht nur in der Wüste, sondern auch bei uns kann es zu diesen "trügerischen Luftspiegelungen" kommen. Doch wie entstehen diese eigentlich? 

Bei einer Fata Morgana handelt es sich um eine Luftspiegelung. Dabei wird das Licht gebrochen oder reflektiert.


Für eine Luftspiegelung sind Luftschichten von unterschiedlichen Temperaturen verantwortlich. Bei starker Sonneneinstrahlung kann es sein, dass über dem Boden eine heiße Luftschicht entsteht, deren Dichte geringer ist als die, der darüber liegenden kälteren Luftschicht. Lichtstrahlen können warme Luft mit weniger Widerstand durchdringen. Stoßen sie auf die Grenzschicht, an der heiße und kalte Luft aufeinander treffen, werden sie gebrochen und reflektiert.

Du hast sicher schon beobachtet, dass an besonders heißen Tagen in der Ferne auf einer Teerstraße Wasserpfützen zu stehen scheinen. In Wirklichkeit siehst du nur den an der Grenzschicht von heißer und kälterer Luft gespiegelten Himmel. Eine Fata Morgana ist also keine Einbildung. Was gespiegelt wird, gibt es wirklich. Es kann aber ziemlich weit entfernt sein.

In der Wüste kommen solche Luftspiegelungen besonders häufig vor. Sie beruhen auf dem gleichen Effekt wie die oben beschriebene Spiegelung auf der Teerstraße. Die Spiegelung in der Wüste nennt man auch "Fata Morgana", genauer "untere Fata Morgana".

Bei der "oberen Fata Morgana" befindet sich über der Erdoberfläche eine sehr kalte Luftschicht und weiter oben eine heiße. Der Effekt ist in diesem Fall genau umgekehrt. Dies geschieht oft über dem Meer, da die untere Luft vom Wasser gekühlt und die obere von der Sonne aufgeheizt wird. Ein vom Schiff ausgehender Lichtstrahl kann an der Grenze zur wärmeren Luft total reflektiert werden. Der Beobachter nimmt somit ein auf dem Kopf stehendes Spiegelbild des Schiffes wahr, das sich scheinbar weit über der Erdoberfläche, also weit über dem Horizont befindet. 

Die Bezeichnung "Fata Morgana" kommt von dem italienischen Wort "Fata" (Fata = Fee). Die Fee Morgana ist eine Figur aus der Artus-Sage. Im alten Volksglauben der Italiener schrieb man das Phänomen dieser Zauberin zu. Solche Erscheinungen wurden nämlich auch sehr häufig über der Straße von Messina  gesichtet. Die Straße von Messina ist die Meerenge zwischen Kalabrien auf dem italienischen Festland und der Insel Sizilien, die das Tyrrhenische Meer mit dem Ionischen Meer verbindet.

Immer wieder sind an der Straße von Messina in die Luft gehobene Häuser und Bäume am gegenüber liegenden Ufer zu beobachten. Aus solchen Erscheinungen haben sich schon viele Sagen entwickelt - wie die von Geisterschiffen und Seeungeheuern. Gesehen haben die Menschen die Erscheinungen also wirklich, nur oft falsch gedeutet - denn wenn man es nicht besser weiß, können solche optischen Täuschungen einen in Angst und Schrecken versetzen oder in die Irre führen.

Fata Morgana = Luftspiegelung
Luftspiegelung = mirage (englisch)

SR | SCG | 210710

Quelle:
helles-koepfchen.de
kindernetz.de
Bilder (dpa, wikipedia)





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