19.07.2017

Archäologie zum Anfassen und Ausprobieren

Anfang Juli besuchten die Schüler der sechsten Klassen das Archäologische Freilichtmuseum in Groß Raden und erhielten einen faszinierenden Einblick in die Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns.

Forschendes Lernen und Entdecken, zum Beispiel durch den Besuch historischer Orte, spielen für die selbstständige und praxisorientierte Erarbeitung von Wissen auch im Geschichtsunterricht eine große Rolle. Diese Erfahrung machten auch die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen bei ihrem Besuch des Archäologischen Freilichtmuseums in Groß Raden. Wie einst ihre Vorfahren durften sie selbst filzen, töpfern, backen und nähen.

Vor 1.000 Jahren war Groß Raden bei Sternberg ein Tempelort der Slawen. Doch von der imposanten Ringwallburg auf einer Halbinsel im Groß Radener See war jahrhundertelang nicht mehr viel sichtbar. Ab 1973 gruben Archäologen die Burg samt dem alten Slawendorf wieder aus. Dabei förderten sie auch frühmittelalterliches Werkzeug wie Äxte, Sicheln und Messer sowie Silberschmuck und Münzen zutage. Die Fundstücke deuten darauf hin, dass die Slawen bereits weitreichende Handelsbeziehungen führten. Die interessantesten Schätze sind in einer Dauerausstellung zu sehen. Heute ist ein Teil der Siedlung wieder rekonstruiert und als archäologisches Freilichtmuseum zu besichtigen, darunter die Befestigungsanlage, zwei Tempelstätten, mehrere Wohnhäuser, Brücken und eine Schmiede.

Während eines Rundgangs durch die rekonstruierten Häuser, in denen unter anderem gewebt, gegerbt, gebacken und gefilzt wurde, erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche Materialien die Slawen zur damaligen Zeit zur Verfügung hatten, wie sie ihre Häuser bauten und was sie aßen. In kleinen Workshops konnten die Mädchen und Jungen im Anschluss selbst die slawenzeitlichen Handwerkstechniken ausprobieren. Sie filzten, töpferten, buken Brot, gossen Zinn und nähten Lederbeutel. Einige der „Handwerker“ nahmen ihre selbst hergestellten Produkte wie Tongefäße oder Lederbeutel als Erinnerung mit nach Hause.

Durch die Kombination aus Ausstellung und "Archäologie zum Anfassen" erhielten die Schülerinnen und Schüler ein nachhaltiges und prägendes Bild vom Leben in der Slawenzeit.

Ein paar Impressionen von der Exkursion nach Groß Raden gibt es in der der Fotogalerie

SR | SCG | 190717





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