21.12.2017

Nangadef! Herzlich willkommen an der ecolea!

Anfang Oktober waren die Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule „Mingdaw Junior and Senior Secondary School“ aus Farato in Gambia zu Gast in der ecolea Schwerin. Lehrer Christoph Rogasch blickt zurück auf die gemeinsame Zeit:

"Es ist Samstag. Unser „Tag der offenen Tür“ ist kaum vorbei und schon finden wir uns im Schweriner Hauptbahnhof auf dem Bahnsteig Gleis 3 wieder. Es regnet. Es ist nass und wohl 25°C kälter als bei unserem Besuch in Gambia im vergangenen Jahr. Waren es vor einem Jahr noch traurige Tränen eines wehmütigen Abschieds, sind es diesmal die feuchten Augen eines freudigen Wiedersehens, die die Schweriner Gastgeber bei der Ankunft der gambischen Besucher nicht verbergen können. Herzlich Willkommen – Nangadef! Nach mehrmaligen Anläufen und einer anstrengenden Reise sind sie da - unsere Gäste aus Gambia. Wir freuen uns sehr!

Unsere Begegnung beginnt mit dem von ENSA (Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm der Engagement Global gGmbH) geleiteten Wochenendseminar, in dem wir uns gemeinsam entwicklungspolitischen Themen widmen. Die nachfolgenden Tage vergehen wie im Fluge. Wir singen gemeinsam, spüren dabei den „Wind of Change“, und erleben „like brothers and sisters“ eine „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. Wir sprechen viel miteinander und machen die Kommunikation zum Thema. Bei einer Führung durch das Landesfunkhaus des Norddeutschen Rundfunks Schwerin bekommen wir interessante Einblicke in die Mechanismen von Funk und Fernsehen. Wir lernen mit- und voneinander und merken, wie ein Perspektivwechsel helfen kann, Divergenz zu überwinden, Diversität zu schätzen ohne eigene Identität zu verneinen.

Ein Dankeschön an alle Lehrkräfte für den Einblick in den Unterricht an unserer Schule. Wir mikroskopieren in Bio, debattieren über Christentum und Islam in Religion, recherchieren im bilingualen Geschichtsunterricht die Folgen des industriellen Wandels und kalkulieren knallhart in Wirtschaft. Wir erkennen im Sport, dass der nächste Fußballweltmeister aus Afrika kommen könnte und zelebrieren den internationalen Mädchentag. Und wenn die Leichtigkeit von Trommelklängen- und rhythmen durch Klassenraum und Schulhaus klingen, konstatieren wir: Musik verbindet.

An Nachmittagen und Wochenenden tauchen wir ein in die heimatliche Flora und Fauna, so auch im Wildlifepark Güstrow, sehen von Dom- und Schlossturm auf Schwerin herab, blicken in alte Sakralbauten und in den brandneuen Landtag Mecklenburg-Vorpommerns hinein. Auch die schöne Hansestadt Hamburg sehen wir von oben von der Aussichtsplattform der Nikolaikirche - eine geschichtlich bildhaft dokumentierte Perspektive, die uns in eindrucksvoller Weise mahnt, nicht die unvergleichliche Zerstörungskraft eines Krieges zu vergessen.

In den Gastfamilien erzählen wir unsere eigenen und nun auch gemeinsamen Geschichten, teilen Essgewohnheiten, Rituale und Traditionen und erleben einen Hauch von Alltag. Dabei werden unscheinbare Selbstverständlichkeiten neu bewusst. Wir freuen uns mit an der Begeisterung, die eine Warmwasserdusche auszulösen vermag. Wir essen Burger, schnitzen Halloweenkürbisse, basteln, malen, lachen und besuchen den Schweriner SC beim Erstligaspiel der Volleyballdamen. Das gewonnene Spiel ist schnell vorüber, genauso auch unsere gemeinsame Zeit. Denn schon stehen wir wieder im Terminal des Hamburger Flughafens und winken unseren Freunden. Auf Wiedersehen!

Der Schüleraustausch wurde gefördert durch

  • das ENSA-Programm der ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • die Stiftung Norddeutsche Umwelt und Entwicklung (NUE)
  • den Schulförderverein ecolea | Internationale Schule Schwerin e.V.

Ohne die Unterstützung von ENSA und der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung sowie den Einsatz des Schulfördervereins wäre unsere Begegnung nicht möglich. Nicht zu vergessen sind die lieben Gastfamilien, die engagierte Schülergruppe der Gambia-AG und die vielen kleinen Spender. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle."

Mehr Bilder vom Schüleraustausch gibt es in der der Fotogalerie





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