Erinnerung, die bleibt

Ein Teil der angehenden Ergotherapeut:innen der ecolea Schwerin besuchte im Rahmen einer Gedenkstättenfahrt Oświęcim/Auschwitz und Krakau – eine Reise voller eindrücklicher Begegnungen und wichtiger Impulse.

Gemeinsam mit der Europäischen Akademie konnten einige der angehenden Ergotherapeut:innen der ET 24 Ende März eine Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim/Auschwitz antreten. Die Reise führte die Schüler:innen an Orte, an denen Geschichte nicht nur sichtbar, sondern auf eindringliche Weise spürbar wurde. Dabei standen nicht allein historische Fakten im Mittelpunkt, sondern vor allem die Lebensgeschichten der Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen wurden.

Nach der Anreise am Montag begann das offizielle Programm am Dienstag mit dem Besuch eines Klosters in Harmęże. Dort setzten sich die Teilnehmer:innen mit der Kunstausstellung von Mariana Kołodziej auseinander. Der ehemalige Auschwitz-Häftling mit der Nummer 432 fand erst im hohen Alter einen künstlerischen Ausdruck für das, was er im Konzentrationslager erlebt hatte. Seine Werke hinterließen bei allen einen tiefen Eindruck und machten auf bewegende Weise sichtbar, wie stark Leid, Erinnerung und Menschlichkeit miteinander verbunden sind.

Am Nachmittag besuchte die Gruppe das Museum der Bewohner von Auschwitz. In der modernen Ausstellung wurde deutlich, dass es auch in dunkelsten Zeiten Menschen gab, die den Mut aufbrachten, Verfolgten heimlich zu helfen – oft unter Gefahr für das eigene Leben. Diese Berichte eröffneten einen wichtigen Blick auf Zivilcourage und Mitmenschlichkeit.

Ein weiterer besonderer Programmpunkt war am Mittwoch der Besuch der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz. Dort nahm die Gruppe an einem Workshop zum Thema „Kinder über den Holocaust. Frühe Zeugnisse 1944–1948“ teil. Die Schüler:innen erhielten Einblicke in die Schicksale sehr junger Menschen, die Verfolgung, Verlust und Ausgrenzung erleben mussten. Die intensive Auseinandersetzung mit diesen frühen Zeugnissen machte deutlich, wie wichtig es ist, Erinnerung lebendig zu halten.

Am Nachmittag folgte die sachkundige Führung durch Auschwitz und Auschwitz-Birkenau. Die erhaltenen Orte, die persönlichen Geschichten und die vielen Zeugnisse des Verbrechens bewegten die Teilnehmer:innen tief. Die Dimension des Geschehenen wurde für alle auf bedrückende Weise greifbar.

Am Donnerstag führte die Reise weiter nach Krakau. Dort stand eine ausführliche Stadtführung auf dem Programm, bei der das jüdische Leben in Vergangenheit und Gegenwart ebenso thematisiert wurde wie die Spuren der Geschichte im ehemaligen Gettogebiet. Der Besuch einer Synagoge sowie die Auseinandersetzung mit den originalen Drehorten von „Schindlers Liste“ eröffneten weitere wertvolle Perspektiven. Anschließend blieb Zeit für eigene Eindrücke in der Krakauer Altstadt – ein Moment, der nach den intensiven Erfahrungen auch Raum für etwas Leichtigkeit ließ.

Die Gedenkstättenfahrt hat bei allen Beteiligten tiefe Spuren hinterlassen. Die Schüler:innen und ihre Begleiter:innen kehrten mit vielen neuen Impulsen, Gedanken und Eindrücken zurück. Besonders eindrücklich bleibt die Erkenntnis, dass hinter jeder Nummer von Auschwitz ein Mensch mit einer eigenen Geschichte steht. Diese Geschichten weiterzuerzählen, ist Aufgabe und Verantwortung zugleich.

Diese Reise hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Erinnerungsarbeit ist. Sie schafft Wissen, fördert Haltung und erinnert daran, dass Menschlichkeit, Respekt und Verantwortung niemals selbstverständlich sind.

Mehr Bilder von der Gedenkstättenfahrt 2026 gibt es in unserer Fotogalerie.

SR | SCG


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