19.10.2018

Stark machen gegen Selbstverletzung

Während eines präventiven Projekttages setzten sich 30 Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs mit dem Thema „Selbstverletzendes Verhalten“ auseinander. Dabei berichtete eine ehemals betroffene ecolea-Schülerin von ihren Erfahrungen.

Wenn sich jemand gezielt Wunden zufügt, z.B. durch Ritzen der Haut mit scharfen Gegenständen oder Verbrennen mit glühenden Zigaretten, spricht man von selbstverletzendem oder autoaggressivem Verhalten. Selbstverletzendes Verhalten ist bei Jugendlichen in Deutschland relativ weit verbreitet. Ärzteverbände gehen davon aus, dass etwa 25 bis 35 Prozent aller deutschen Jugendlichen sich mindestens einmal in ihrem Leben absichtlich Verletzungen zufügen.

Häufige Auslöser sind Stressfaktoren wie familiäre Zerwürfnisse, Probleme mit den Eltern, Lehrern oder Klassenkameraden, Mobbing, Leistungsdruck, Überforderung und Zukunftsängste. Für die betroffenen jungen Menschen ist das selbstverletzende Verhalten meistens die einzige Lösung, mit ihrer schwierigen Lebenssituation und seelischen Nöten umzugehen. Es ist ein Ventil, mit dem sie ihren inneren Druck mildern können. Für Angehörige ist das Verhalten oft sehr irritierend und ruft Sorge und Angst hervor.

Umso wichtiger ist es, für Aufklärung zu sorgen und mit Hilfe verschiedener Präventionsmaßnahmen, Risiken zu mindern und Kinder und Jugendliche emotional und sozial zu festigen.

Während eines präventiven Projekttages zum Thema „Selbstverletzendes Verhalten“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs der ecolea Schwerin mit den Arten, den Ursachen und den Behandlungsmöglichkeiten selbstverletzenden Verhaltens. Dabei berichtete eine ehemalige ecolea-Schülerin von ihren eigenen Erfahrungen mit dem Ritzen. Nach einer mehrjährigen Therapie absolviert sie heute ein Lehramtsstudium und teilt ihre eigenen Erlebnisse mit anderen Jugendlichen, um diese vor ähnlichen Erfahrungen zu bewahren. So schilderte sie unter anderem ihre Schwierigkeiten, heute mit den Narben der Verletzungen leben zu müssen.

Für das fachliche Hintergrundwissen sorgte die Psychologin Frau Redelstorff aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Schwerin, die während des Projekttages ebenfalls zu Gast war.

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Annekatrin Wiede und Schulsozialpädagogin Anika Ferdinand widmeten sich die Achtklässler im Anschluss den Präventionsbausteinen "Achtsamkeit", "Mein Körper und ich" und "Umgang mit Stress und Konflikten". In vielen praktischen Übungen trainierten die Schülerinnen und Schüler ihre Selbstwahrnehmung, verbesserten ihr Körperbewusstsein, stärkten ihr Selbstvertrauen und lernten alternative Wege kennen, Druck und Spannung abzubauen.

Der Projekttag wurde durch den Schulverein ecolea | Internationale Schule e.V. gefördert.

SR | SCG | 191018





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