21.01.2019

Störer aus dem "KunstLabor"

Mit kleinen künstlerischen „Störungen“ verändern die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs Kunst ihr Schulgebäude und regen so zum Nachdenken und Diskutieren an.

Bereits seit 2017 unterrichtet der Schweriner Künstler Tino Bittner die Schülerinnen und Schüler der ecolea Schwerin im Wahlpflichtfach Kunst. Mit seinem Projekt „KunstLabor“ eröffnet er den jungen Frauen und Männern die Möglichkeit, sich ihrer Umgebung Schule auf eine vollkommen neue Weise zu nähern.

Ein Wunderbaum in der Schultoilette, eine Hängematte im Treppenhaus? Im „KunstLabor“ befassen sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit ortsbezogener Kunst, sondern nehmen auch ihre Lernumgebung unter die Lupe und betrachten diese aus einer neuen Perspektive. In einem experimentellen Arbeitsprozess analysieren sie ihre Umgebung und verändern, erweitern oder verstärken deren Wirkung, indem sie bleibende oder temporäre kleine „Störungen“ im Schulgebäude schaffen. Dabei schulen sie ihre eigene Wahrnehmung und setzen sich auch mit der Wahrnehmung anderer auseinander. Sie entwickeln Ideen und Konzepte und setzen diese um. So gestalten sie ihre Schule aktiv mit und machen die wertvolle Erfahrung, dass sie mit ihren Aktivitäten etwas verändern können.

Mit ihren Papier-Kranichen nehmen sie zum Beispiel Bezug auf einen alten Volksglauben, demzufolge das Falten von 1.000 Kranichen dazu führen soll, dass man einen Wunsch frei hat. Der schwarz-goldene Kranich "durchbricht" die weiße Papierinstallation und soll deutlich machen, dass Wünsche und Träume sich manchmal auch nur mit Einschränkungen erfüllen lassen.

Im „KunstLabor“ geht es nicht mehr nur um formale Problemstellungen wie Farbe, Form und Komposition im Spannungsfeld zwischen Malerei und Bildhauerei, sondern auch um künstlerische Versuche mit neuen Werkzeugen, Materialien, Techniken, Medien, Theorien und Methoden. Als Inspiration dienen den Schülerinnen und Schülern dabei der Minimalismus und die Landart der 60er und 70er Jahre bis hin zur aktuellen Streetart mit ihren vielfältigen Erscheinungen (Taping, Stencil, Graffiti usw.).

Auch die Schülerinnen und Schüler, die nicht an dem Wahlpflichtkurs teilnehmen, werden durch die Veränderungen im Schulgebäude eingeladen, ihre Schule neu zu erleben und mit anderen Augen zu betrachten. Schließlich regen die „Störungen“ zum Nachdenken und Diskutieren an. So wird der Lernort Schule immer mehr zum Lebensort Schule.

Ein paar Bilder von den Projektarbeiten gibt es in der Fotogalerie.

SR | SCG | 210119





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