Japanreise 2026: Lernen zwischen Tempeln, Großstadt und Gastfamilien

Sushi, Manga, Roboter - und dann? Wer Japan nur darauf reduziert, übersieht vieles. Eine Reisegruppe der ecolea Schwerin konnte auch in diesem Jahr erleben, wie vielfältig, traditionsreich und zugleich modern das Land ist.

Vom 28. Mai bis zum 8. Juni 2026 machten sich erneut Schüler:innen und Lehrer:innen der ecolea Schwerin auf den Weg nach Japan. In ihrem Reiseblog berichtete die Gruppe regelmäßig von ihren Eindrücken, Begegnungen und Erlebnissen und zeigte dabei eindrucksvoll, dass eine solche Reise weit mehr ist als ein touristischer Blick auf ein fernes Land.

Nach der Anreise über Helsinki und Osaka begann die Reise in Kobe. Bei sommerlichen Temperaturen erkundete die Gruppe erste Schreine, darunter den Ikuta-Schrein und den Togakushi-Schrein, sammelte Eindrücke in der Stadt und kam auch kulinarisch schnell in Japan an – unter anderem mit Ramen, Sushi Train und später natürlich auch mit Kobe Beef. In Kobe standen außerdem der Meriken Park und der Port of Kobe Earthquake Memorial Park auf dem Programm. Dort beschäftigten sich die Schüler:innen mit dem schweren Hanshin-Awaji-Erdbeben von 1995 und seinen Folgen für die Stadt.

Ein besonders nachdenklicher Programmpunkt führte die Gruppe nach Hiroshima. Mit dem Shinkansen ging es in die Stadt, in der sich die Schüler:innen mit der Geschichte des Atombombenabwurfs und seinen Folgen auseinandersetzten. Der Besuch der Gedenkstätten und des Museums machte deutlich, wie wichtig historisches Lernen vor Ort sein kann. Anschließend ging es weiter zur Insel Miyajima und zum Itsukushima-Schrein – ein eindrucksvoller Kontrast zwischen Erinnerungskultur, Natur und traditioneller Architektur.

Auch der Schulalltag in Japan spielte eine zentrale Rolle. An der „Deutschen Schule Kobe International“ erhielten die Schüler:innen Einblicke in Unterricht und Schulleben und konnten selbst an Unterrichtseinheiten teilnehmen und unterstützen. In Tokio wurde die Gruppe an der „Dokkyo Schule“ herzlich empfangen – inklusive eines musikalischen Beitrags der Schulgemeinschaft. Unsere Schüler:innen stellten die ecolea Schwerin vor, kamen mit japanischen Schüler:innen ins Gespräch und lernten unter anderem ein Dachgarten-Projekt der Schule kennen.

Ein weiterer schulischer Höhepunkt war der Besuch der Jiyu no Mori Gakuen, der „Schule des Waldes und der Freiheit“. Dort erfuhren die Schüler:innen mehr über ein in Japan eher ungewöhnliches pädagogisches Konzept: Lernen ohne klassische Noten, mit viel Gemeinschaft, Praxisbezug und Verantwortung. Neben naturwissenschaftlichen Pflichtfächern bietet die Schule zahlreiche Wahlangebote aus den Bereichen Kunst, Theater und Musik. Für die Reisegruppe aus Schwerin war dieser Besuch ein spannender Blick über den eigenen schulischen Tellerrand.

Natürlich durfte auch die japanische Kultur nicht fehlen. Bei CHIC, einem Verein für interkulturellen Austausch, nahmen die Schüler an Kursen in Ikebana und Shodo teil. Beim Ikebana gestalteten sie kunstvolle Blumenarrangements, beim Shodo setzten sie sich mit japanischer Kalligrafie auseinander. Dass diese Kurse ausgerechnet an einem regnerischen Tag stattfanden, passte gut ins Programm: Während draußen die Ausläufer eines Tropensturms spürbar waren, entstanden drinnen konzentriert Blumen- und Schriftkunstwerke.

Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug nach Kyoto. Mit Shinkansen, Bus und E-Bikes erkundete die Gruppe die alte Kaiserstadt. Auf dem Programm standen unter anderem der Fushimi Inari-Taisha-Schrein mit seinen roten Torii, der Bambuswald, der Goldene Tempel und verschiedene kleinere Landschaftsstopps. Wer Kyoto mit dem Fahrrad erlebt, merkt schnell: Kultur, Bewegung und Orientierungssinn gehören manchmal enger zusammen, als der Stadtplan vermuten lässt.

Zum Abschluss standen erneut Schulbegegnungen und die Zeit in den Gastfamilien im Mittelpunkt. Die Schüler:innen nahmen an Unterrichtsstunden an der „Dokkyo Schule“ teil und erhielten Einblicke in Fächer wie Deutsch, Englisch, Sport und Mathematik – diesmal aus japanischer Perspektive. Danach ging es zurück in die Gastfamilien, die individuelle Ausflüge und persönliche Begegnungen ermöglichten.

Die Japanreise 2026 war eine Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Tempeln und Metropolen, zwischen Unterrichtsbesuchen, Gastfreundschaft und vielen kleinen Alltagserfahrungen. Für die Schüler:innen der ecolea Schwerin wurde Japan so nicht nur zu einem Reiseziel, sondern zu einem Lernort mit Eindrücken, die sicher länger bleiben als der Jetlag.

SR | SCG


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