Mit klarem Kopf auf Kurs

Beim letzten „Kompakttag Segeln“ der 5. Klassen ging es nicht nur um Wind, Wasser und Teamgeist. Ein Workshop zum Thema „Mentale Gesundheit“ zeigte den Schüler:innen, wie sie Stress abbauen, Anspannung regulieren und in herausfordernden Momenten wieder bei sich ankommen können.

Manchmal beginnt ein starker Segeltag nicht mit dem Blick auf den See, sondern mit einem Quetschball in der Hand, einem tiefen Atemzug und der Frage: Was hilft mir eigentlich, wenn mir alles zu viel wird?

Im Rahmen der Kompakttage Segeln erlebten die 5. Klassen am letzten Projekttag eine besondere Ergänzung zum gewohnten Programm auf dem Wasser. Während eine Gruppe mit dem Segelkutter unterwegs war, nahm die andere Gruppe an einem praktisch ausgerichteten Workshop zum Thema „Mentale Gesundheit und Stressabbau“ teil. Gestaltet und durchgeführt wurde der Workshop von Anna Marie Otto und Lou Zimmermann aus dem Wahlpflichtkurs „Courage 2 – Aufbaukurs“ der Klassenstufe 10.

Die beiden Schülerinnen hatten den Workshop eigenständig konzipiert und führten die Fünftklässler:innen behutsam, klar und mit viel pädagogischem Gespür durch verschiedene Übungen. Dabei ging es nicht um trockene Theorie, sondern um konkrete Werkzeuge für den Alltag: Quetschball, Massagefingerring und Stachelball halfen dabei, körperliche Anspannung wahrzunehmen und abzubauen. Saure oder scharfe Süßigkeiten zeigten auf anschauliche Weise, wie starke Reize helfen können, die Aufmerksamkeit aus einer stressigen Situation heraus umzulenken. Ergänzend lernten die Kinder einfache Atemtechniken kennen, die Ruhe schaffen und den eigenen Körper wieder spürbar machen.

Auch kleine Denkspiele wie „Ich packe meinen Koffer“ kamen zum Einsatz. Sie lenkten den Fokus weg von Stress und hin zu leichten, spielerischen Gedanken. So entstand ein Workshop, der mentale Gesundheit greifbar machte: nicht abstrakt, nicht kompliziert, sondern unmittelbar erfahrbar.

Für die Schüler:innen der 5. Klassen war der Tag damit mehr als ein Segelprojekt. Sie stärkten ihre Selbstkompetenz, erprobten Strategien zur Selbstregulierung und erlebten zugleich Gemeinschaft in einer neuen Form. Für Anna Marie und Lou bot der Workshop die Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen, Gruppen anzuleiten und pädagogische Leitungserfahrungen zu sammeln.

Am Ende blieb der Eindruck eines Projekttages, der zwei Ebenen miteinander verband: draußen das Segeln mit Wind, Wasser und Kursgefühl - drinnen das Üben von innerer Stabilität, Achtsamkeit und Selbstvertrauen. Oder anders gesagt: Wer auf dem Wasser den Kurs halten möchte, braucht manchmal auch einen klaren Kopf an Land.

Aufgrund der positiven Resonanz ist eine Wiederholung im kommenden Schuljahr geplant.

SR | SCG


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