Interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Thema „Schönheit“

Im März haben unsere Schüler:innen aus dem Fachbereich Sozialwesen drei klassenübergreifende Werkstattprojekte zum Thema „Schönheit“ durchgeführt. Bei der kreativen Zusammenarbeit sind eine Zeitschrift, ein Film und eine Fotoreportage entstanden.

Die Bewältigung bestimmter Aufgaben erfordert heute mehr denn je die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichem Wissen und unterschiedlichen Fertigkeiten. Das erlebten auch unsere angehenden Erzieher:innen und Heilerziehungspfleger:innen der ecolea Rostock. Zur Umsetzung ihrer drei Werkstattprojekte schlossen sie sich zusammen und betrachteten ihre Aufgaben aus einer interdisziplinären Perspektive. Sie bildeten gemischte Teams und setzten ihre kreativen Ideen gemeinsam um. Die Schüler:innen nutzten unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen, um sich dem Thema „Schönheit“ auf kreative Weise anzunähern. Entstanden sind eine Zeitschrift, ein Film und eine Fotoreportage.
 

Werkstattprojekt 1

Die Erstellung der Zeitschrift mit dem passenden Titel „Einfach schön“ war Teil des Unterrichtsmoduls „Literacy“ und ermöglichte es den Schüler:innen, das Thema „Schönheit“ aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. So stellte die Gruppe beispielsweise Skin Care Routinen vor oder präsentierte im Sinne eines schönen Lebens eine Foto Love Story. Die zukünftigen Fachkräfte setzten sich auch mit den Spielen des FC Hansa Rostock oder mit der Teilnahme von Frauen im Kampfsport kritisch auseinander. Es gab außerdem Interviews mit Lehrkräften und schöne Erinnerungsfotos aus allen drei Abschlussklassen.

Besonders begeisterten die „Zeitschriftenmacher:innen“ ihr Publikum jedoch mit der Präsentation ihrer Illustrierten. In einem großartigen Theaterstück brachten sie die Zeitschrift an die Frau. Schauplatz war ein Zeitungskiosk. Uschi, die Kioskbetreiberin, hat immer ein offenes Ohr für die Probleme ihrer Kundschaft. Paarweise suchten die Kund:innen den Kiosk auf und platzierten ihre Probleme und Fragen bei Uschi. Entweder weinten sie ihren Liebeskummer bei ihr aus oder waren auf der Suche nach den neusten Trends. Manchmal brauchten sie auch einfach nur ein Wegbier auf dem Weg ins Stadion. Zu allen Anliegen hatte Uschi eine Lösung: Sie konnte immer die Zeitschrift „Einfach schön“ als ultimativen Ratgeber empfehlen.

Das Publikum war absolut begeistert. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass nicht das Theaterstück, sondern die Zeitung das eigentliche Produkt war.
 

Werkstattprojekt 2

Ein weiteres Ergebnis der kreativen Werkstattprojekte war ein Film, in dem ebenfalls das Thema „Schönheit“ aufgegriffen wird. Allerdings näherten sich die Schüler:innen dem Thema aus der Perspektive eines Mobbingopfers. Mit ihrem Film wollten die zukünftigen Fachkräfte auf die Problematik der Diskriminierung, der Ausgrenzung und des Mobbings von Kindern und Jugendlichen an Schulen aufmerksam und sich mit kreativen Mitteln dagegen stark machen.

Die Schüler:innen sammelten Ideen für das Drehbuch, wählten die Drehorte aus, beschafften notwendige Requisiten und planten die Drehtage. Nachdem alle Aufnahmen „im Kasten“ waren, kümmerten sich unsere Rostocker Filmemacher:innen um den Schnitt, den Abspann und das Cover. Bei der Auswahl der passenden Filmmusik konnten die ecoleaner:innen glücklicherweise auf die Erfahrung ihres Musiklehrers Marten Pankow zurückgreifen, der ihnen viele nützliche Tipps für die musikalische Untermalung gab.

Während der Dreharbeiten, entstanden auch immer wieder neue Ideen, die in den Film eingebaut werden mussten. Die Produktion erwies sich als offener Prozess, der den Beteiligten einiges abverlangte. Mit einem gemeinsamen Frühstück und anderen kleinen Teambuildings sorgten die Schüler:innen dafür, dass die Stimmung im Team bis zum Schluss gut blieb. Spaß und Freude kamen also nicht zu kurz.

Am Ende konnten unsere Schüler:innen stolz ihr Ergebnis präsentieren. Und wir finden: Es kann sich wirklich sehen lassen!

Übrigens: Unsere Filmemacher:innen haben mit einer Drehgenehmigung von Ikea eine Szene in dem Rostocker Einrichtungshaus drehen dürfen. Den fertigen Film haben sie Ikea im Anschluss auch zur Verfügung gestellt.

 

Werkstattprojekt 3

Im dritten Teil ihrer interdisziplinären Werkstattprojekte haben unsere Erzieher:innen und Heilerziehungspfleger:innen die Fotografie als Kunstform genutzt, um sich mit dem Thema Schönheit & Selbstbestimmung auseinanderzusetzten.

Menschen, die aufgrund ihrer äußeren Erscheinung nicht in das gesellschaftlich konstruierte Ideal passen, müssen häufig mit Ausgrenzung, Herabwürdigung und Entmündigung leben, auch wenn die Inklusion dieser Menschen in unserem Land ein gesellschaftliches und politisches Ziel ist. Dagegen wollten unsere Schüler:innen etwas tun. Sie fotografierten Menschen mit Beeinträchtigungen, um deren Präsenz in der medialen Öffentlichkeit zu erhöhen und auf diese Weise Diskriminierung und Vorurteilen entgegenzuwirken.

Die Fotos, die den Mitschüler:innen und Lehrer:innen während einer Vernissage präsentiert wurden, zeigen selbstbewusste und selbstbestimmte Menschen in alltäglichen Lebenssituationen - beim Essen, beim Sport, bei der Gartenarbeit, in ihren Wohnungen oder in Gemeinschaftseinrichtungen. Die Ausstellung macht deutlich, dass jeder Mensch einzigartig ist, dass Schönheit und Behinderung keine Gegensätze sind und dass Inklusion gelingen kann, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Die Fotos der Erzieher:innen und Heilerziehungspfleger:innen wurden aber nicht nur in der eigenen Schule präsentiert, sondern auch für eine Ausstellung im Rathaus eingereicht, die anlässlich des Tages der Gleichberechtigung und Teilhabe am 5. Mai stattfinden wird.

Wir sind total begeistert, was für wunderbare Fotos in dem Werkstattprojekt entstanden sind.

Mehr Bilder von den 3 Werkstattprojekten gibt es in der Fotogalerie.

SR | SCG

 

 


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