DID YOU KNOW: Was ist eine Zeitungsente?

Eine Zeitungsente ist keine Ente aus Zeitungspapier. Und sie ist auch nicht „Paper Duck“, die lustige Comic-Figur, die in der Zeitung erscheint. Nein, mit dem „Wasservogel“ hat die Zeitungsente so gut wie gar nichts zu tun.

Wahr ist: Der Begriff „Zeitungsente“ steht umgangssprachlich für eine Falschmeldung, die in der Zeitung abgedruckt wurde. Dabei ist die Zeitungsente deutlich von den heute oft zitierten Fake News oder dem Hoax zu unterscheiden. Denn im Gegensatz zu den gezielt verbreiteten Fehlinformationen wie Fake News ist die Zeitungsente keine bewusste Falschmeldung, sondern eine Nachricht abgedruckt im Glauben, es handele sich um eine Tatsache.

Doch woher kommt das Wort „Zeitungsente“

Das Wort „Zeitungsente“ stammt aus den Anfängen des Zeitungsjournalismus. Wenn damals Journalisten einen Artikel für die Zeitung schrieben, mussten sie - genauso wie heute – sorgfältig recherchieren. Sie mussten also, wenn etwas passiert war, Informationen sammeln. Heutzutage gibt es nicht mehr so viele Zeitungsenten wie früher. Denn heute ist das Recherchieren für einen Journalisten viel einfacher. Mit Telefon, E-mail und Internet kann er Informationen sehr schnell abrufen. Bei fast jeder Nachricht kann er prüfen, ob sie stimmt und von wem sie stammt.

Als Zeichen für die Quelle der Nachricht kommt vor oder hinter den Text ein so genanntes Kürzel. So kann der Leser sicher sein, dass die Informationen im Artikel nicht einfach frei erfunden sind, sondern dass es eine sichere Quelle gibt. Es gibt zum Beispiel Nachrichtenagenturen, die als sehr zuverlässig gelten: etwa die Deutsche Presse Agentur, kurz dpa. Oft forscht der Journalist auch selber nach. Dann versieht er den Artikel mit seinem Kürzel - meist nimmt er dazu die Anfangsbuchstaben seines Vor- und Nachnamens.

Früher war eine solche Recherche viel schwieriger. Vor 100 Jahren gab es noch nicht überall Telefon und schon gar kein Internet. Für die Journalisten war es sehr schwer eine Meldung zu prüfen. Weil es aber oft schnell gehen musste, schrieben Journalisten vor eine ungeprüfte Nachricht das Kürzel „nt“. Das ist die Abkürzung für das Lateinische „non testatum“ und bedeutet auf Deutsch: nicht bewiesen.

Wenn ihr nun „nt“ mal laut aussprecht, fällt euch sicher auf: Es klingt wie „Ente“ (en-te). So wurde aus „nt“ eine Ente: eine Falschmeldung oder ein Artikel mit unglaubwürdigem Inhalt.

Auch Fake News gab es übrigens bereits im 19. Jahrhundert und sie hießen auch so. Doch im Gegensatz zur Zeitungsente wurden und werden dafür ganz gezielt Fehlinformationen gestreut.

SR | SCG


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